Maßkonfektion beschreibt kein festes Verfahren. Zwei Anzüge, die beide so heißen, können sehr unterschiedlich entstehen. Der Unterschied liegt im Schnittmuster, in der Verarbeitung und im Ablauf bis zur Lieferung. Dieser Beitrag zeigt, an welchen fünf Fragen Sie ihn erkennen – und wie MASSURA. sie beantwortet.

Kurz gesagt: Maßkonfektion heißt: Ein Kleidungsstück entsteht aus einem Grundschnitt, der an Ihre Maße angepasst wird. Entscheidend ist, wie weit diese Anpassung geht, wer zuschneidet, wie das Sakko innen aufgebaut ist und ob es eine Anprobe gibt, bevor es fertig ist. Bei MASSURA. wird das Schnittmuster in beiden Linien individuell angepasst. In der Linea Maestro wird es zusätzlich von Hand zugeschnitten, und auf Wunsch findet eine Anprobe im Rohbau statt.

Was Maßkonfektion bedeutet

Ein Anzug von der Stange wird in einer Standardgröße gefertigt. Sie wählen die Größe, die am besten passt. Bei der Maßkonfektion ist es umgekehrt: Zuerst werden Ihre Maße genommen, dann wird der Schnitt an Sie angepasst. Ausgangspunkt ist ein Grundschnitt – ein erprobtes Schnittmuster, das Proportionen und Stil vorgibt.

Wie viel von diesem Grundschnitt am Ende übrig bleibt, ist die eigentliche Frage. Hier unterscheiden sich die Verfahren.

Erste Frage: Wird nur die Größe angepasst – oder das Schnittmuster?

Im einfachsten Fall wird der Grundschnitt in der passenden Größe gewählt und in Längen und Weiten verändert. Das ergibt eine bessere Passform als ein Anzug von der Stange. Haltung, Schulterneigung oder ein großer Unterschied zwischen Brust und Taille bleiben dabei aber oft unberücksichtigt.

Bei MASSURA. gehen wir von einem über Jahre verfeinerten Grundschnitt aus. Wir passen nicht nur Längen und Weiten an, sondern das Schnittmuster selbst – in beiden Linien. So folgt der Schnitt Ihren Proportionen und nicht einer Größentabelle.

Zweite Frage: Wer schneidet zu?

Der Zuschnitt entscheidet darüber, wie genau das Schnittmuster in Stoff übersetzt wird. In der Linea Classica werden Schnittmuster und Stoff maschinell zugeschnitten.

In der Linea Maestro geschieht beides von Hand. Schnittmuster und Stoff werden einzeln zugeschnitten, Teil für Teil. Auch das Bügeln und Formen des Stoffes erfolgt dort von Hand.

Zuschnitt von Hand: Der Stoff wird am Zuschneidetisch mit der Schere zugeschnitten

Dritte Frage: Wie ist das Sakko innen aufgebaut?

Von außen sehen sich zwei Sakkos oft ähnlich. Den Unterschied macht die Einlage – die innere Struktur zwischen Oberstoff und Futter. Ist sie verklebt, wird die Front flacher und steifer. Ist sie eingenäht, kann sich der Stoff über ihr bewegen.

Beide Linien von MASSURA. haben eine durchgehende Einlage (Full Canvas). In der Linea Classica wird sie maschinell eingearbeitet. In der Linea Maestro ist es eine schwimmende Einlage aus Rosshaar, Wolle, Baumwolle und Leinen, von Hand eingenäht. Auch das Revers wird dort von Hand gesteppt (Pad-Stitching). Mehr dazu im Beitrag Anatomie des MASSURA. Sakkos.

Handgesteppte Stiche (Pad-Stitching) auf der Rückseite eines Revers, Linea Maestro

Vierte Frage: Gibt es eine Anprobe – und wann?

Eine Anprobe zeigt, wie das Kleidungsstück am Körper sitzt. Entscheidend ist, in welchem Zustand es dabei ist.

In beiden Linien findet die Anprobe etwa 6 bis 8 Wochen nach der Beratung statt. Das Kleidungsstück ist dann nahezu fertig. Notwendige Anpassungen sind deshalb in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen abgeschlossen. Die meisten nehmen wir direkt bei uns in München vor.

In der Linea Maestro gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer Anprobe im Rohbau. Das Sakko ist dann nur geheftet, mit temporären Stichen zusammengefügt. Schnitt und Balance lassen sich noch verändern, bevor es fertiggestellt wird. Diese Anprobe findet nach etwa 4 Wochen statt. Danach wird das Kleidungsstück in 3 bis 4 Wochen fertiggestellt und am fertigen Stück noch einmal anprobiert. In beiden Fällen vergehen von der Beratung bis zur Lieferung in der Regel 8 bis 10 Wochen.

Anprobe im Rohbau: Die Schulter eines gehefteten Sakkos wird mit Nadeln angepasst

Fünfte Frage: Was passiert nach der Lieferung?

Ein gutes Schnittmuster reicht über den ersten Anzug hinaus. Bei MASSURA. archivieren wir Ihren Schnitt in beiden Linien. Er ist die Grundlage für jede weitere Bestellung.

Archivierte Schnittmuster aus Papier

Auch spätere Änderungen gehören dazu. In der Linea Maestro sind Änderungen bis zu einem Jahr nach Fertigstellung inbegriffen. Den Umfang beurteilen wir individuell nach Art und Aufwand. In der Linea Classica nehmen wir einfachere Änderungen ebenfalls gerne vor.

Linea Classica und Linea Maestro auf einen Blick

Linea ClassicaLinea Maestro
Schnittmusterindividuell angepasstindividuell angepasst, von Hand zugeschnitten
Zuschnitt und Bügelnmaschinellvon Hand
Einlagedurchgehend (Full Canvas), maschinell eingearbeitetschwimmend, von Hand eingenäht
Reversmaschinell verarbeitetvon Hand gesteppt (Pad-Stitching)
Anprobenach 6–8 Wochen am nahezu fertigen Stücknach 6–8 Wochen; auf Wunsch zusätzlich im Rohbau nach etwa 4 Wochen
Handarbeiteinzelne Elemente50–100 Stunden pro Kleidungsstück
Änderungeneinfachere Änderungenbis zu einem Jahr inbegriffen
Schnitt archiviertjaja

Weitere Details und handgefertigte Optionen auf Anfrage gegen Aufpreis. Die Preise beider Linien finden Sie auf der Preisseite.

Im Atelier

Welche Linie zu Ihnen passt, hängt davon ab, wofür Sie das Kleidungsstück tragen und wie viel Handarbeit Ihnen wichtig ist. Das besprechen wir am besten am Stoff, im Atelier in der Nordendstraße 18 in München-Maxvorstadt. Den Ablauf Schritt für Schritt finden Sie auf der Seite Maßkonfektion.

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